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Erfolg Juli 2011
Frau Safarzadeh hat die Erlaubnis erhalten ihr Studium im Gefängnis fortzusetzen.
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639 Briefe/Unterschriften gingen aus Nürtingen in den Iran.

Ronak Safarzadeh - Hintergrundinformationen

Ronak Safarzadeh gehört der lokalen Frauenorganisation "Azar Mehr" in Sanandaj (Provinz Kurdistan / Nordwest-Iran) an, die der Kampagne für Gleichheit angeschlossen ist. Ronak Safarzadeh befindet sich Berichten zufolge seit dem 9. Oktober 2007 im Gefängnis in Sanandaj, nachdem sie am Vortag an einem Treffen anlässlich des Internationalen Tags des Kindes teilgenommen und Unterschriften für die Kampagne für Gleichberechtigung gesammelt hatte.

Viele Aktivistinnen und Aktivisten sowie Unterstützerinnen und Unterstützer sind schon in Verbindung mit ihrem Engagement für die "Kampagne für Gleichberechtigung" festgenommen worden, einige während sie Unterschriften für die Petition sammelten, die darauf abzielt, die gesetzlich verankerte Diskriminierung von Frauen im Iran aufzuheben. Die Behörden erteilen häufig keine Erlaubnis für öffentliche Versammlungen, deshalb halten die Mitglieder der Kampagne für Gleichberechtigung ihre Treffen normalerweise bei den Sympathisantinnen und Sympathisanten zuhause ab.

Berichten zufolge wurde es ihrer Familie gestattet, sie zu besuchen, der Zugang zu einem Anwalt wurde ihr jedoch vorerst verwehrt. Darüber hinaus wurde ihre Mutter Berichten zufolge von Beamten der örtlichen Justizbehörde geschlagen, als sie dort am 30. Oktober 2007 nach dem Verbleib ihrer Tochter fragte.
Der Prozess gegen die Frauenrechtlerin Ronak Safarzadeh hat am oder um den 13. März 2008 herum mit einer Verhandlung begonnen, der ihr Anwalt beiwohnte, und in der die Anklagen gegen sie ausgeführt wurden. Sie wurde beschuldigt mohareb (in Feindschaft mit Gott) zu sein, ein Delikt, das im Iran mit dem Tode geahndet werden kann. Weitere Verhandlungstage wurden nicht angekündigt.

Die iranische Nachrichtenagentur IRNA zitierte im Dezember 2007 den zuständigen Untersuchungsrichter mit den Worten, Ronak Safarzadeh sei wegen Aktivitäten gegen die nationale Sicherheit festgenommen worden, da sie an Angriffen [in der nordwestlich gelegenen Stadt Sanandaj] teilgenommen habe und Mitglied der [bewaffneten kurdischen Oppositionsgruppe] PJAK sei. Ihr Anwalt erklärte, dass diese Anschuldigungen jeder Grundlage entbehren und Ronak Safarzadehs "Geständnisse" während ihrer drei Monate dauernden Einzelhaft in einer vom Geheimdienstministerium geleiteten Hafteinrichtung in Sanandaj unter Zwang zustande gekommen und daher vor Gericht nicht zulässig seien.

Ronak Safarzadeh gehört der kurdischen Minderheit an. Die etwa 12 Millionen Kurden im Iran bilden etwa 15% der Gesamtbevölkerung. Der Nordwesten Irans, wo sie überwiegend leben, gehört zu den wirtschaftlich vernachlässigten Gebieten des Landes. Die iranische Regierung hat nur ungenügende Anstrengungen unternommen, um ihre Lebensverhältnisse zu verbessern. Kritik oder Proteste gegen diese Zustände und die Arbeit von Menschenrechtsgruppen werden vom Staat zunehmend unterdrückt. Häufig geschieht dies mit dem Vorwurf der Unterstützung terroristischer Gruppen, so auch im Fall Ronak Safarzadeh. Im Nordwesten Irans ist die bewaffnete Oppositionsgruppe PJAK aktiv, im türkischen Grenzgebiet auch die PKK. Ronak Safarzadeh werden Kontakte zur PJAK nachgesagt.

Es gibt jedoch keinen Hinweis darauf, dass sie an Aktionen dieser Gruppe beteiligt war, Gewalttaten begangen oder dazu aufgerufen hat. Daher sieht Amnesty sie als gewaltlose politische Gefangene an.